Alphalevel: Cosmic DJ

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„Hang the DJ“ sang einst ein noch recht junger Morrissey im Smiths-Klassiker „Panic“. Das diese prominente Textzeile mir nun wieder in den Ohren klingelt, daran trägt allein der musikalische Drück-Irgendwas-Titel Cosmic DJ Schuld, der nun per Early Access auf Steam verfügbar ist, es aber vielleicht besser nicht sein sollte.

In Cosmic DJ gibt es viel Merkwürdiges zu sehen. Etwa einen Hund mit Jetpack, Pferde mit Laseraugen und ganz viele grelle, bunte Farben. Mit seiner ästhetischen Mischung aus 90er-Jahre-GIFs, Nyan Cat und MC Fitti-Beats wirkt das Spiel unfassbar trashig und das soll es wohl auch sein, zeugt doch schon der Trailer zum Spiel mit seinem Direct-to-Video-Charme davon, dass der Entwickler seinen Titel selbst nicht so ernst nimmt. Mich als Spieler aber leider auch nicht.

Cosmic DJ 1

Denn noch deutlicher, als beim verkopfteren FRACT OSC liegt Cosmic DJ ein einfacher Sequencer zugrunde, mit dem man das bizarre Bildgewitter entweder durch das Tippen auf der der Tastatur oder per Mauseingabe am Raster mit entsprechenden Tracks unterlegt. Ob man sich dabei Mühe gibt oder einfach nur unrhythmisch mit dem Kopf auf die Tasten schlägt, ist für das Vorankommen im sehr kurzen und überaus bescheuerten Story-Modus übrigens völlig unerheblich, denn ein Scheitern ist hier unmöglich. Am Ende wird man immer als geilster Plattendreher des Universums präsentiert, der von einer männlichen Softpornostimme für das Absolvieren einer der gerade einmal sechs kleinen Missionen in den galaktischen Himmel komplimentiert wird. So führt man beispielsweise eine aufgelöste Band wieder zusammen oder erinnert ein verheiratetes Paar daran, wie toll Cheeseburger sind. Und sich selbst, dass DJ Bobo tatsächlich einmal ein richtiger DJ war.

httpvh://youtu.be/wu1C8Gy21UQ

Ich bin nach dem zweifelhaften Genuss von Cosmic DJ leider weiter denn je davon entfernt, einer zu werden. Als Spiel ist der Titel ein Witz, als visueller Synthesizer viel zu eingeschränkt, um der eigenen Kreativität gebührend Ausdruck verleihen zu können. Dass dennoch nach jeder Mission das frisch produzierte, akustische Ungetüm ungefragt als MP3 gerendert wird, dient deshalb wahrscheinlich eher dazu, dass man zum Ausprobieren des integrierten Cover-Editors genötigt wird, mit dem man sein Gehörhassverbrechen auch optisch Ausdruck verleihen kann. Mit überwiegend erschreckenden Ergebnissen. Da fällt selbst einem Unbeirrbaren wie Morrissey der Staudensellerie aus dem Mundwinkel.